Die Journalistin und Bloggerin Mareice Kaiser sitzt hinter einem großen Fenster und arbeitet am Computer. - Foto: Carolin Weinkopf

Journalistin und Bloggerin Mareice Kaiser.

Foto: Carolin Weinkopf
Mutter-Sein
Barbara Vorsamer

Mareice Kaiser – die mit dem behinderten Kind

Ihre Tochter starb im Alter von vier Jahren. Das Netz trauerte. Bloggerin Mareice Kaiser setzt sich dafür ein, dass behinderte Kinder mehr sein dürfen als Diagnosen – und Eltern mehr als Pflegekräfte.

So ein Behindertenparkplatz ist praktisch: nah am Eingang, groß und – das ist das Wichtigste – meistens frei. Familie Kaiser hatte vor ihrem Wohnhaus einen eigenen, schließlich war Tochter Greta nicht nur gehbehindert, sondern musste manchmal spontan mit einem Sauerstoffgerät beatmet werden. Da kam es auf Sekunden an. Sekunden, die ihre Eltern nicht mit Parkplatzsuche verschwenden wollten.

Mussten sie trotzdem oft. Behindertenparkplätze sind auch bei nichtbehinderten Mitbürgerinnen und Mitbürgern beliebt. Familie Kaiser braucht ihre Berechtigung inzwischen nicht mehr. Tochter Greta ist im Dezember 2015 im Alter von vier Jahren gestorben. Das Netz trauerte. Die Anteilnahme ging so weit, dass manche forderten, dem kurz danach im Berliner Tierpark geborenen Elefantenbaby ihren Namen zu geben. War das Empathie? Oder Voyeurismus?

Für Mareice Kaiser war es jedenfalls nicht nur eine angenehme Erfahrung. Seit sie ihre Leserinnen und Leser auf Kaiserinnenreich an ihrem ungewöhnlichen Familienalltag teilhaben lässt, ist sie im Netz als „die mit dem behinderten Kind“ bekannt. Sie bloggt über ihre beiden Töchter „Kaiserin 1“ und „Kaiserin 2“, über die schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf und über den endlosen Kleinkrieg mit Behörden und Krankenkassen.

Weiterlesen in der Zeitschrift BEHINDERTE MENSCHEN, Ausgabe 1/2017