Der Rhythmus der Sorge
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Kurzbeschreibung
Markus Dederich und Philipp Seitzer entwerfen in ihrem Band „Erfahrung, Wissen, Handeln“ (2024) eine phänomenologische und kulturwissenschaftliche Grundlegung ihrer Disziplin, mit der sie auf deren „Zerrissenheit“ zwischen empirisch-pragmatischen und kritisch-dekonstruktiven Zugängen antworten. Die Gegenstandsfelder der Heil- und Sonderpädagogik werden in einem nächsten Schritt an ethische Prinzipien und Herausforderungen gebunden, von denen als Erstes die Sorge erläutert wird. So entsteht ein neuer, dritter Weg, den zu begehen die Autoren einladen. Dieser Einladung möchte ich sehr gerne folgen, und zwar dergestalt, dass ich versuche, die theoretischen Begründungen von Dederich und Seitzer erstens untereinander zu verbinden und zweitens für ein empirisches Feld fruchtbar zu machen.
Ich konzentriere mich dabei auf eine mögliche Verknüpfung der kulturwissenschaftlichen Grundlegung mit dem ethischen Prinzip der Sorge. Zunächst werde ich die Ausführungen zur kulturwissenschaftlichen Fundierung der Disziplin kritisch kommentieren, wobei es mir um die Formulierung einiger Fragen und Ergänzungen geht, um eine Brücke in das Handlungs- und Forschungsfeld der inklusiven Schule schlagen zu können. Auch das Sorgeverständnis möchte ich erweiternd behandeln in dem Sinne, dass ich Sorge nicht nur als ein ethisches Prinzip dem Anderen gegenüber, sondern auch als eine sehr konkrete Praxis auffasse und beschreibe. Dies wird im darauffolgenden Abschnitt präzisiert, in dem ich dem Rhythmus von Sorge als einem spezifischen Phänomen von Kultur nachgehe. Im letzten Abschnitt werden dazu empirische Beispiele diskutiert. Dabei kann ich auf Material zurückgreifen, das ich in einem mit Markus Dederich und anderen gemeinsam durchgeführten Pro-jekt erhoben habe. |
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Erschienen in
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