Bruchstücke zu szenischen Verflechtungen unseres Lebens

Markus Dederich gewidmet

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Kurzbeschreibung
Wir wissen mehr, als wir zu sagen wissen, meint Polanyi (1985, 14) und zielt damit auf ein „Können“ eines Menschen ab, das diesem nicht bewusst ist und daher nur mit Einschränkungen sprachlich geäußert werden kann. Meine Überlegungen kreisen daher seit geraumer Zeit auch um die Frage, was unter dem Mehr eines Wissens verstanden werden kann, das Polanyi hier andeutet, und wie es in unseren (pädagogischen) Beziehungen aufscheint? Um diese Frage bruchstückhaft zu beantworten, nehme ich eine Tagebuchnotiz aus dem Forschungsprojekt „Antwortverhältnisse“ zum Ausgangspunkt: Wie und als was stellt sich ein „Mehr des Wissens, als wir zu sagen wissen“ in unseren Beschreibungen von Erfahrungen als Erfahrung dar? In drei Schritten, die durchaus reibungsvoll zueinanderstehen, setze ich mich mit diesen Fragen auseinander: Zunächst ertaste ich das Mehr des Wissens, als wir zu sagen wissen, indem ich mit Hogrebe davon ausgehe, dass wir in Situationen szenisch verflochten sind. Wenn wir unsere szenische Existenz in Situationen beschreiben, haben wir es mit einem heiklen „Übergang“ zwischen zwei unterschiedlichen, ausgewählten Wissensformen zu tun, denen wir Bedeutung beimessen sollten. Ein dritter Schritt lässt die Beantwortung der Frage in ein Offenes fließen, das unsere szenischen Verflechtungen mit einer vielfach beredten Welt andeutet, die beständig zur Frage stehen.
Erschienen in

3/2026
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