Eine Frau in einem weißen T-Shirt hält liebevoll ein kleines Kind, das ein gelbes Shirt trägt. Die Mutter blickt in die Kamera, während das Kind die Hand auf der Brust der Frau ruhen lässt. Beide stehen vor einem hellen Fenster, das sanftes Tageslicht in den Raum lässt und eine warme, ruhige Atmosphäre schafft.

Im Fotoessay porträtiert Klaus Heymach Familien mit Kindern, die es laut ärztlichem Rat gar nicht geben sollte.

Foto: © Klaus Haymach
aus Heft 2/2024 – Fotoessay
Klaus Heymach

Wunschkind

Pränatalmediziner:innen schätzen, dass sich neun von zehn Schwangeren gegen ein Kind mit Gendefekt oder Behinderung entscheiden. Belastbare Zahlen dazu gibt es in Deutschland nicht. Doch es dürften immer weniger Kinder, deren Gene von der Norm abweichen, zur Welt kommen. Denn Bluttests auf Chromosomenabweichungen werden von der Kasse bezahlt. Die Serie WUNSCHKIND zeigt Eltern, die sich bewusst für ein Kind mit Downsyndrom, Trisomie 18 oder Spina bifida entschieden haben. Wir bringen gekürzte Einblicke in diese Serie.

Elias ist das Beste, was mir passieren konnte. Eigentlich wollte ich gar kein Kind, die Kinderplanung war lange abgeschlossen. Dann die Überraschung, schwanger zu sein. Und obendrauf der Schreck in der Feindiagnostik: Downsyndrom. Ich war total fertig. Der Arzt hat Druck gemacht, dass ich mich für eine Abtreibung entscheiden solle, weil ich schon kurz über der 12. Woche war. Ich hatte gar keine Zeit zum Nachdenken. Aber mein Mann sagte bloß: Was hat das Kind? Downsyndrom? Wenn das alles ist, das schaffen wir. Und er hatte recht.